Das Übliche, die Hamas sind schuld

Eine eigentlich hoch spannende Veranstaltung zur Flüchtlingsthematik heute, das Karl der Grosse war voll.

Freitag, 13. November, im Zentrum Karl der Grosse, Zürich

Flüchtlinge im Mittleren Osten –

Das  Palästinenserproblem und die aktuelle Flüchtlingssituation.

mit: Pierre Krähenbühl, Generalkommissar UNRWA, Botschafter Manuel Bessler, Chef des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) und Prof. Laurent Goetschel, Direktor SwissPeace. Moderation: Anna Trechsel, NZZ am Sonntag.

Wie immer das Häufchen der Planstörer. Sie tauchen überall auf, wo das Wort Israel oder Palästina fallen könnte, und zählen die Sekunden, während welchen die eine Thematik besprochen und die andere nicht erwähnt worden sei, sie wissen, wer was vor einem Jahr zu dieser Thematik gesagt habe. Und dann packen sie ihre Geschichte von 1948 aus, wo die Uno ja habe und vor allem die Juden seien vertrieben worden und dann kommt noch der Mufti von Jerusalem. Wenn es schon wieder vergessen sein sollte: Netanjahu hat kürzlich gefunden, Hitler sei gar nicht so böse gewesen, sondern der Grossmufti hätte ihm die Idee von der Endlösung eingeblasen.

Ich war früher als geduldig bekannt und bildete mir etwas darauf ein, freundlich mit Andersdenkenden Gespräche zu führen. Nun, das ist mir abhanden gekommen. Ich werde wahnsinnig wütend, wenn einer neben mir sagt, die Hamas machten mit ihren Schulbüchern alle Palästinenserkinder zu Terroristen bzw. nein, er weiss sogar, dass alle Terroristen sind. Denn wozu wäre eine Hasbara gut, die jahrzehntelang diese Behauptungen verbreitet haben, wenn das immer noch in Frage stünde?

Ich habe keine Geduld mehr. Ich mag es nicht mehr hören, wenn auf Tibet (O-Ton: “das auch schon fast so lange besetzt sind, wie ihr meint, seien die angeblichen Palästinensergebiete”) oder Julius Streicher (Schreibtischterrorist – aber echt, ich hatte gerade mal keine Ahnung oder Lust, mich nun mit dem zu beschäftigen) oder weiss Gott was ausgewichen wird – jeder Winkelzug müsste separat bestritten werden, aber das ist auch ihre Agenda, die wahren Auseinandersetzungen zu torpedieren – nur um ja nie die Frage zu beantworten:

Warum ist es denn nötig, dass ausländische Hilfswerke den Kindern von Gaza Schule und überhaupt alles bieten müssen? Was tut Israel? Baut eine weitere Sperranlage gegen Jordanien, vorgeblich gegen Terroristen unter den Flüchtlingen, klar einfach gegen Flüchtlinge, wie sich das Land seit langem gewohnt ist: Lauthals Juden aus aller Welt einladen, Siedlung vor allem in “grenznahen Gebieten” (sprich die besetzten Gebiete) als ideale günstige Wohnlage offerieren – aber nicht einen einzigen Flüchtling hereinlassen.

Wenn ich etwas polemisch formuliere, dann, weil es wirklich fast unerträglich war, was diese Leute, welche extra zu diesem Zweck jeweils anreisen, von sich gaben. Hier das allbekannte Paar: Seine Frau stellte die erste, er selbst die letzte “Frage”; es sind ja keine Fragen, sondern die ganz eigenartige Geschichtsklitterung und dazugehörige Schuldzuweisungen. Dazwischen war aber einer, der echt zum Zweihänder griff und die Podiumsteilnehmer sowie unsere Bundesrätin, die offenbar jetzt in allen Medien zum Opfer ausgewählt wurde, aufs Gröbste beleidigte. Die gesamte Schweiz als Verbrecher, welche die Juden in den Tod trieben, lauthals beschimpfte. Wir wissen um die grauenhafte Schuld, welche alle auf sich geladen haben, die mitmachten, und sei es im Kleinsten, und wir versuchen es zu analysieren und nie mehr geschehen zu lassen. Aber warum sind es immer genau die Leute, welche achselzuckend den Völkermord, der jetzt von ihrem eigenen Staat begangen wird, tolerieren und ignorieren, die ständig den Holocaust heraufbeschwören und Schuld zuweisen? Übrigens entblödete derselbe sich nicht, auf die Frage: Was können denn die Palästinenser dafür? zu rufen: Der Grossmufti von Jerusalem. Siehe oben.

Pierre Krähenbühl hat etwas eindringlich gesagt: ist Ihr Gesprächsbeitrag ein Beitrag zu einer Lösung oder soll er eine solche verhindern? Hat mir gefallen, denn darum gehts. All das Gesäusel von Völkerverständigung ist bei mir inzwischen auch verloren – wirklich erst jetzt. Denn damit kann man gut 50 Jahre ungestört die Besetzung weiterführen. Es müssen andere Lösungen her, schnellere.

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