Die tote Frau am Checkpoint

Es darf nicht Alltag und nach ein paar Tagen vergessen sein. Darum muss ich es nochmals aufgreifen. Fünf Tage sind vergangen. Inzwischen habe ich die Fotos und Videos gesehen.

Das Entsetzlichste vorweg: Die liegengelassene verletzte 18-jährige Frau – 30 Minuten lag sie dort, heisst es – wird irgendwann abgeholt. Aber wie! Keiner der Mörder legt Hand an. Sie liegt am schmalen Checkpoint-Durchgang, den ich in Hebron gesehen habe. Und da wird sie unter den Brettern, die den Weg begrenzen, weggezogen, offenbar an den Füssen, der ganze Körper wird einfach untendurch geschleift. Übler kann man den Stellenwert der Palästinenserinnen bei den Besatzungssoldaten nicht dokumentieren. Wie ein Kadaver, den man nicht anfassen will.

Hier übrigens die offizielle Verlautbarung der IDF, der Tweet am Tag des Unfalls. Wie ich es auch in unserm Radio gehört habe (in die Zeitungen schafft es so ein “Unfall” ohnehin nicht):

BREAKING: Palestinian attempts to stab soldier at military position in Hebron. Forces responded with fire at the attacker & identified hit.

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