Nachrichtenfetzen

Ergebnis aus hiesigen Zeitungen – das ist ja nur eine engste Auswahl der Nachrichten – über Israel. Schweden hat Palästina anerkannt – und wird prompt gerügt, der Botschafter wird herbeizitiert.

Neuseeland hat sich ebenfalls einen angeblichen “fauxpax” geleistet, indem es als diplomatischen Vertreter dieselbe Person nach Tel Aviv wie Ramallah entsandte. Das sei deshalb unakzeptabel, weil in Israel der richtige Diplomat, und in palästinensischem Gebiet allerhöchstens ein rangtieferer Vertreter geduldet werde. Kleine Dinge verraten oft viel.

Warum Ruth-Gaby Vermot der zugesprochende Fischhof-Preis 2014 für Antirassismus wieder aberkannt wird, hat mit einer Äusserung von ihr zu tun, die sie allerdings selbst zu verantworten hat und die definitiv nicht gut tönt. Sie hat also über den Bau der Mauer 2004 im “Facts” entrüstet geschrieben, fast fühlte sie ein wenig Antisemitismus aufkommen, der aber gleich wieder verschwinde angesichts der israelischen Kritiker an der Besatzung. Ein unbedachtes Wort tatsächlich, da kann man ihr nun nicht helfen. Ist das nicht der Exzess einer Verdächtigung, wenn das Eingeständnis, dieses Gefühl – welches sie ja selber offensichtlich ablehnt – für kurze Zeit verspürt zu haben, bereits verurteilt wird? – Doch vor allem: Wer hat jetzt gerade dieses Zitat gefunden und ihr damit den Stoss versetzt? Und zu welchem Zweck? Tages-Anzeiger und NZZ berichten jedenfalls gestern mit fast den gleichen dürren Worten diesen Vorfall.

Für mich ist es klar: wie bei Geri Müller ist etwas angeblich Unverzeihliches an die Öffentlichkeit gelangt, das mit eifriger Suche und in böser Absicht aufgedeckt wurde, gezielt zur Schädigung von Israelkritikern. Und in beiden Fällen kümmert sich niemand um die schmierige Küche der Gerüchtemonger und ihre Absichten, sondern sitzen der lauthalsen Empörung auf.

Nachricht vom heutigen Wirtschaftsteil in der NZZ: Israel privatisiert einen grossen Teil seiner staatlichen Betriebe ganz oder zur Hälfte. Die meisten sind auf irgend eine Weise dank der Besatzung reich geworden, vor allem durch Enteignung: Wasser, Bahn, Gas, Elektrizität, Sicherheitseinrichtungen, Rüstung und Post.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s